Ausstellung 2019

Puppen – mehr als nur ein Spielzeug

Happy Birthday Barbie!

Am 9. März 1959 erblickte Barbie, auf einer Spielwarenmesse in New York das Licht der Welt. Ausgestattet mit langen, zu einem Pferdeschanz gebunden, blonden Haaren und langen Beinen. Ihre Figur, deren Körpermaße deutlich über 90 und weit unter 60  bzw. 90 lag, war Anlass für heftige Diskussionen. Bei ihrem ersten Auftritt war Barbie mit nichts anderem bekleidet als mit einem schwarz-weiß gestreiften Badeanzug und einer Sonnenbrille in der Hand. Das was Barbie damals am meisten benötigte waren Kleider, Kleider und nochmals Kleider. Im Lauf der Jahre füllte sich der Kleiderschrank von Barbie mit reichhaltiger Abendgarderobe, vielfältigen sportlichem Outfit und Arbeitskleidung für mehr als 200 Berufe. Mal trägt sie ein von Dior entworfenes Kleid, mal ist sie Ärztin oder Astronautin oder Fashion-Queen. Sie ist eine Anziehpuppe, mit der sich Kind in vielen verschieden Rollen und Situation spielerisch versetzen kann. Im Lauf Zeit erhielt sie Geschwister und bald tauchte Ken im Leben von Barbie auf. Mit Ken ist sie, bis auf eine kurze Unterbrechung, heute immer noch befreundet. Weiter Freunde und Bekannte kamen dazu, die auch alle das entsprechende Outfit benötigten. Barbie wurde zum Millionenseller und zum Mythos.

Anlässlich der Feierlichkeiten zu ihrem 60. Geburtstag hat Barbie alle ihre Vorfahrinnen aus der Puppenwelt zu einer Ausstellung in die Remise von Haus Tanne eingeladen. Sie hat sich mit Ihren Vorbildern, die alle den Status haben zu ihrer jeweiligen Zeit Millionen-Seller gewesen zu sein bzw. es heute noch sind, zu einem Gruppenfoto aufgestellt.

Ganz rechts präsentiert eine französische Modepuppe den Dernier Crie aus Paris. Sie und Ihre Kolleginnen bereisten als Mannequins zwischen 1850 und 1900 die ganze Welt um die französische Haute Couture zu zeigen. Sie verschwanden dann für lange Zeit im Dunkel der Puppengeschichte um ab Mitte der 1980er-Jahre als teure Sammelobjekte eine Renaissance zu erleben.

Die unscheinbare Puppe im blau-karierten Kleid mit langen Zöpfen eroberte ab 1900 als Model 390 von Armand Marseille die Welt. Sie war damals die weltweit am meisten verkaufte Puppe. Sie trug ab Werk nur ein schlichtes Hemd und benötigte als allererstes ein Kleid, das von der Puppenoma, einer Tante oder einer Schneiderin zu Hause genäht wurde.

In der Mitte überragt Inge alle anderen. Sie war, zusammen mit Hans, Christel, Bärbel und Strampelchen aus dem Hause Schildkröt, die erfolgreichste Puppe in den 1950er Jahren.

Links von Barbie und Ken sitzt Baby Born auf ihrem Töpfchen. Baby Born erblickte 1992 das Licht der Welt. Es hat die richtige Größe um echte Baby-Kleidung tragen. Baby Born kann alles was ein echtes Baby auch kann. Es muss gefüttert werden, es macht in die Windel, die dann gewechselt werden muss und einiges mehr. Zieht man Baby Born die Kleidung eines 12-jährigen Kindes anzieht, wird aus dem Windel-Baby eine treue Spielgefährtin und Vertraute. Auch Baby Born ist ein Millionen-Seller.

Im Vordergrund sitzen noch zwei kleine, dunkel gefärbte Schildkröt-Puppen. Sie sind keine moderne Erfindung, sondern stammen aus der Zeit als Deutschland noch Kolonialmacht war. Damals galt es Schick sich mit exotischen Dingen aus den Kolonien zu schmücken. Eben auch mit dunkelhäutigen Puppen.

Sie alle und viele andere sind in Barbies-Jubiläums-Ausstellung in der Remise von Haus zu sehen. Sie erzählen in einem Streifzug durch die Kulturgeschichte der Puppen Ihre Geschichten. In der Ausstellung wird auch berichtet, dass Barbie keine amerikanische Erfindung ist, sondern ein deutsches Vorbild namens Lilly hatte.

Die Ausstellung in der Remise von Haus Tanne nähert sich dem Mythos „Puppe“ an und lädt die Besucher ein, zu einer Reise durch die nicht immer rosarote Puppenwelt.

Öffnungszeiten:
1. Mai – 27.Oktober 2019: Mittwoch – Sonntag 11:00 – 16:00 Uhr
Eintritt: 2,00 Euro

Gruppen auf Anmeldung jederzeit möglich:

Führungen durch die Welt der Puppen: 30,00 Euro, zuzgl. Eintritt, maximal 25 Personen

Vorführung: Herstellung einer Porzellanpuppe: 2,00 Euro pro Person, mindestens 25 Personen

 

Zum Ausdrucken: Flyer zur Puppenausstellung

Bericht von Regio TV über die Puppenausstellung

„Im Bann der Puppen“ – Bericht im „Schwäbischen Bauer“, 39/2018

 

 

 

 

Im jährlichen Wechsel werden in der Remise Ausstelllungen aus den Themenbereichen Kunst, Kultur, Heimatkunde, Geschichte oder Naturkunde präsentiert.

bisherige Ausstellungen:

2012 – 2015: Erwien Bowien – Fluchtpunkt Kreuzthal

2016: Dorotheas Kühe –  Kuh-Bilder von Dorothea Schrade

2016 – 2017: Die Geschichte vom Kaffeetrinken